28. September 2013
20. September 2013
Weiter?
Mein lieber Freund Christopher schrieb mir neulich: „Du schreibst nicht mehr!“ Und er hat recht: Meine Blogeinträge waren lange von der Leichtigkeit des Lebens geprägt. Dann von der Trauer. Jetzt weiß ich irgendwie nicht, was ich schreiben soll. Kann ich einfach wieder zur Leichtigkeit zurückkehren, wenn sie da ist und Euch daran teilhaben lassen? Oder ist es für Euch zu früh? Naya und Lea machen wunderbar komische Sachen und auch sonst passiert mir viel Unsinn justadiarylike. Ich wage mal einen vorsichtigen Versuch …
Naya, 1,5 spricht! Am allermeisten fasziniert Sie der Mond. Und so ist alles am Nachthimmel was funkelt und glitzert einfach nur: der Mond! Besonders die Sterne!
24. Juli 2013
wellen.
Man sagt, Trauer ist wie Wellengang. Was wohl meint, dass sie kommt oder geht, hohe oder flache Wellen schlägt, mitreißt oder trägt. Das ist ein sehr passendes Bild, wie ich finde. Doch besonders bei hohem Wellengang und mitreißenden Fluten stellt sich mir die Frage, wenn die Trauer eine Welle ist, was ist dann der Trauernde am besten?
Ein Steg, der kraftvoll den Wellen trotzt?
Ein Schiff, das behende auf den Wellen segelt?
Ein Fisch, der unter den Wellen schwimmt, da wo die Wellen noch gar keine sind?
Ein Vogel, der über den Wellen schwebt und diese beobachtet?
Ein Wassertropfen im großen Meer der Wellen?
Vielleicht ein Delphin, der sich je nach Stimmung kraftvoll der Länge nach im Wasser aufstellt, sich auf den Wellen treiben lässt, unter ihnen hindurchtaucht, über sie drüberspringt und die Wassertropfen seiner Fontäne einzelne zurückregnen lässt in den großen Ozean.
17. Juli 2013
16. Juli 2013
Soundtrack 16/07/2013
Auf dem Weg zum Friedhof wünsche ich mir immer, dass Julian mit mir spricht, wenn ich an seinem Grab bin. Bisher hatte ich noch keinen Weg gefunden ihn zu hören. Heute hatte ich dann eine Idee: ich habe meinen IPod auf Shuffle gestellt und habe Julian gebeten mir 3 Lieder zu schicken:
Und so saß ich eben im Schneidersitz am Grab vor dem Buddha, dessen eine Seite im Schatten und die andere in der Sonne lag. Und der IPod oder Julian oder beide begannen:
14. Juni 2013
Sheets of Shadows
Slowly Slowly coming out.
Breathing the fresh air in front of the curtains.
Slowly Slowly leaving something behind, which is already gone, taking all the love with me which is never gonna disappear.
Opening up again for the life I committed to.
Slowly Slowly.
12. Juni 2013
Wow?
WOW Katharina!
Ein Freund hat mir heute gesagt, das soll heute mein Mantra sein: Wow Katharina!
Und das nachdem ich ihm erzählt habe, dass ich Lea heute Morgen so blöd angeschrien habe, irgendwie nichts mehr auf die Reihe kriege und einfach nur wütend bin, enttäuscht, selbstmitleidig – einfach down down down. In den Tiefen meiner eigenen Sch….!
Und das soll Wow! sein?
Im Licht zu sitzen ist einfach. Aber wie schwer ist es in seinen eigenen Abgründen zu sitzen und das auszuhalten? Für meine Schüler hätte ich hier eine Antwort, ganz sicher, aber für mich? Julian war mein Lehrer und hat mir immer die für mich richtigen Antworten gegeben, wenn ich keine hatte.
Was würde er jetzt sagen?
Wahrscheinlich das:
„Recognize the light that shines on you. See the shadows you create. And be all that.“
11. Juni 2013
Loslassen.
Vor fast 3 Jahren haben wir gemeinsam mit Julian und Lea einen Luftballon für Luke steigen lassen auf der Wiese des Herzzentrums in Leipzig mit anderen Eltern. Vorgestern stiegen die Luftballons für Julian in den Himmel. Das Loslassen der Schnur – fast unmöglich. Möchte man doch so gerne festhalten, sogar die Dinge, die schon längst los sind. Aber es ist Teil der Zeremonie. Und so blickt man auf seine Hand, auf die Schnur, dann in den Himmel – und dann geht es. Der Himmel und die Weite fühlen sich richtiger an, als die Hand die hält. Und dann schwebt er davon, die Tränen der Liebenden zurücklassend, bis sie sich in Freude verwandeln, wenn man sie alle sieht: die Luftballons am Himmel. Und dann fühlt man sich ein Stück freier – denn man hat das gemacht, was sich richtiger anfühlte.
8. Juni 2013
home.
Den Film, den ich mit Julian bei unserem 2. Date geschaut habe, hieß „Bucket List“. Ein Film darüber, welche Dinge man noch in seinem Leben machen möchte, bevor man stirbt.
Das fiel mir vor ein paar Tagen ein, und ich frage mich, ob das Zufall ist oder ob es tatsächlich so ist, dass man eigentlich in seinem Leben weiß, was passieren wird.
Julian´s Wünsche waren: eine Frau, 2 Kinder und reisender Yogalehrer zu sein, der den Menschen die lebendige Stille zeigt.
…
Mein Wunsch ist, alles zu erleben, was das Leben möchte, dass ich erlebe und mit Kraft und Hingabe diese Aufgaben zu meistern.
Und: nachhause kommen.
Heather Nova singt in „Turn the compass around“ … all i wanna be is home.
Yes!
25. Mai 2013
Sadness.
Heute war die Gedenkfeier von Julian im Hospiz. Für alle dort Verstorbenen der Monate Januar, Februar und März. Morgen vor 2 Monaten war Julians Tag. Ich stand heute mit klopfendem Herzen vor dem Hospiz. Vielleicht ist er doch noch da? In seinem Zimmer? Nein. Denn ich habe seinen letzten Atemzug doch gesehen. Seinen Körper bewacht. Ihn in den Sarg gebettet. Und mit dem schwarzen langen Auto davonfahren sehen. Als ich die vertrauten Pflegerinnen sah, fingen die stillen Tränen an zu laufen. Und sie hörten nicht auf bis Julians Name verlesen war und der letzte Ton der Querflöte verklang. Ich hatte die ganze Zeit die Augen geschlossen. Weil ich mit dem Herzen sehen wollte. Und ich spürte dass der Raum voll war, von allen Menschen die gegangen sind und verlesen wurden. Alle standen dort bei Ihren Angehörigen. Ich habe 2 Kerzen angezündet – eine für Julian und eine für Luke. Die für meinen Vater, der ging als ich sechs war, habe ich im Herzen entfacht. Mögen alle Menschen die Fragilität des Lebens erkennen und beginnen es zu feiern. Und damit meine ich auch mich.










