Weil gestern alle Probierglocken beim Alnatura leer waren, und Lennox, Franzi und ich fast verhungert sind, sind wir mit unseren ökologisch korrekten Tiefkühl-Pizzen auf dem Schlitten, im Sauseschritt nach Hause geschlittert. Noch mit Boots und dickem Mantel wollen wir den Daheimgebliebenen Lea und Julian stolz unsere Beute zeigen, als wir das Lammfell vom Schlitten heben und in gähnende Leere starren: die Pizzen sind weg. Der rote Turbobob-Schlitten muß alle drei unterwegs aus der Kurve gehauen haben. Franzi zögert nicht lange – wir haben wirklich Hunger!- und verschwindet in Dunkelheit und Kälte… 2 Minuten später ist sie wieder da. Glücklich und mit drei Tiefkühlpizzen unterm Arm. Lost Pizza Numero Uno lag in der Einfahrt. Und Lost Pizza Numero Due und Tre konnte sie gerade noch rechtzeitig einer Familie aus den Händen reißen, die sich schon über das unerwartete Abendbrot von der Straße gefreut hatte…
11. Dezember 2010
Schweine-Gel
Obwohl ich seit über 15 Jahren kein Fleisch mehr esse, wusste ich weder, dass in Gummibärchen Schweine- oder Rindergelantine ist noch dass das so heißt.
Und so tauschte ich eben beim Rossmann die Gummibärchen aus Leas Adventskalender um, mit dem Hinweis, dass da Schweine-Gel drin sei…
Den kritischen Blick der Verkäuferin bezog ich auf das Umtauschen ohne Bon oder auf mein tierisch penibles Vegetarier-Sein… und nicht auf mein versautes Deutsch..
7. Dezember 2010
Lalelu – mein neuer Mondschuh!
Die Original Moonboots kommen nicht etwa vom Mond, sondern aus Italien. Und da in deutschen Online-Stores alle ausverkauft sind, schlägt Julian vor, den Astronautenstiefel doch gleich da zu bestellen, wo er hergestellt wird. Gar nicht so blöd. Blöd ist nur, dass google.it mir lediglich Seiten liefert, die nur italienisch sprechen, so dass ich zunächst nur spanisch verstehe. Doch siehe da: das Halbwissen von Julian und das Halbwissen von mir zusammen ergeben dann den vollen Durchblick.
Articolo nel Basketto und ab zu PayPal. So einfach ist das EU-Leben… Denken wir zumindest, bis kurz vor Abschluss ein überraschendes Kästchen auftaucht: Steuernummer per favore. Hä? Steuernummer zum Online-Shoppen? Die spinnen die Römer. Während ich gedanklich weiter in kalten Gummistiefeln durchs eisige Berlin bibbere, stöbert Julian in seinem digitalen Passwort-Helfer: „Cioè: La Steuernummer.“ Hä? Ich capisco überhaupt nichts mehr. Mein Mann hat eine Steuernummer in Italien? Ich bin beeindruckt, obwohl mir ein Nummernkonto in der Schweiz gerade lieber wäre. Aber das hätte mir die Moonboots auch nicht nachhause geliefert … Eben sind sie angekommen und ab morgen schwebe ich schwerelos durch die kraterartige Eislandschaft Berlins… Grazie Online-Shopping. Grazie Italia. Grazie Julian. Grazie Mann im Mond.
6. Dezember 2010
40 Tage
Gestern vor 40 Tagen ist unser Sohn Luke gestorben. Und wieder haben ganz viele Menschen ein Licht angezündet. Um ihm, uns und sich selbst zu zeigen, dass sein Lebenslicht zwar erloschen ist, aber der warme Glanz seiner Seele in unseren Herzen weiterleuchtet. Julian, Lea und Katharina
5. Dezember 2010
nivata filmchen
Ein Yogitee auf Reisen.
Es war einmal ein Yogitee und der hieß Elefant Chai. Eigentlich war er gar kein richtiger Yogitee, sondern ein amerikanisches Instantpulver. Seit er denken konnte hatte Elefant Chai nur einen Wunsch: einmal in seinem Leben nach Indien … Eines Tages belauschte er in seinem Stammcafe zwei Indienreisende, die ihren nächsten Trip planten. Und weil eigentlich niemand so doof ist, einen Chai mit nach Indien zu nehmen, drehte er seinen Geschmacksverstärker voll auf. Und siehe da: Elefants Plan ging auf: High vom Geschmacksverstärker verließen die beiden das Café mit Elefant Chai unterm Arm. Und so reiste Elefant Chai erst nach Indien, dann nach Amerika, wieder nach Indien und dann zurück nach Berlin. Ohne je getrunken worden zu sein, denn er hatte sich gut versteckt.2 Jahre später wurde er dann aber entdeckt. In Berlin. Und da auch ein Yogitee ein Verfallsdatum hat – fachgerecht entsorgt. Doch wie es sich für einen Yogitee gehört wird er wohl aller Voraussicht nach wiedergeboren. Vermutlich als Elefant. Und hoffentlich diesmal in Indien…
4. Dezember 2010
3. Dezember 2010
Ikea – brodelst Du noch oder schreist Du schon?
Wir wollen bei Ikea nur mal eben Weihnachtsschmuck kaufen…
Also schnell in der Markthalle – was wie wir schnell feststellen, leider nicht geht. Denn da dürfen wir nur hin, wenn wir erst artig mit der Rolltreppe nach oben in die Möbelausstellung fahren, um dort einmal sinnlos im Kreis zu laufen, bis wir dann da, wo wir losgelaufen sind, die versteckte Treppe finden, die uns nach unten zum Weihnachtsschmuck führt…
Nach getaner Shoppingarbeit wollen wir dann müde und hungrig ins Restaurant. Das befindet sich aber leider oben. Nur sind wir ja jetzt gerade unten. Also wieder zur Rolltreppe. Hier will man uns aber nur ohne Einkäufe hochlassen. Die Tüten könnten wir ausnahmsweise in der Warenannahme lassen, die sich wohlgemerkt in der hinterletzten Ecke befindet…
Also Taschen abgeben und dann zurück zum Eingang, um mit dem Aufzug hoch ins Restaurant zu fahren …
Nach den Schwedenhappen gehts nicht weniger spanisch weiter: den Aufzug vom Hinweg dürfen wir beim Rückweg leider nicht mehr benutzen, da der ja zum Eingang und nicht zum Ausgang führt, sondern müssen stattdessen einen anderen nehmen, der uns dann wieder in die Markthalle befördert…
Endlich am Ausgang, wünschen uns gelb-gekleidete Frauen mit schwedisch antrainiertem Akzent ein frohes Weihnachtsfest.
Da frage ich mich dann schon, ob denen bei „Knut“ einmal zuviel ein Weihnachtsbaum auf den Kopf gefallen ist…
1. Dezember 2010
Vollgas.
Früher in meinem Angestellten-Dasein war jobtechnisch nix in Balance. Entweder Leerlauf oder Full-Speed. Damals dachte ich, wenn ich mal mein eigenes Ding mache, kann ich das besser ausgleichen. Stimmt auch – denn jetzt gibt es nur noch Vollgas… Aber zum Glück habe ich keine Zeit, einen Gang zurückzuschalten, um zu überlegen, ob das nun gut oder schlecht ist…
30. November 2010
Perfekte Welt.
Lukes Welt ist anders als die normale Welt. Denn Luke betrachtet die Dinge statt mit den Augen mit dem Herzen. Und so ist für ihn dann alles perfekt, wenn alles einfach so ist wie es ist, z.B. Kakaotassen ohne Henkel.





