JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

27. Dezember 2010

Oh mein Gott.

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Heute hat Lea am Frühstücks-Tisch plötzlich den Zeigefinger gehoben, mich strafend angeschaut und vorwurfsvoll und mahnend mit ihrem 1,5 jährigen Köpfchen gewackelt. Und dabei irgendetwas wie Duh, Duh, Duh gemurmelt.
Den ganzen Nachmittag habe ich mir den Kopf zerbrochen, wo sie diesen besserwisserischen Altklug-Scheiß wohl herhat. Bis ich, als Lea ihre Stifte durchs Zimmer feuerte plötzlich meinen Zeigefinger hochschnellen sehe und meinen Mund: Duh, Duh, Duh sagen höre.

Oh Gott, ich wars. Und ich dachte ich hätte den mahnenden Gott längst hinter mir gelassen. Aber anscheinend ist die kirchliche Note meiner Erziehung doch nicht so ganz spurlos an mir vorbeigezogen…

Gott sei Dank halten einem die Kinder immer schön den Spiegel vors Gesicht.

Enjoy Life. There is no guilt. Just a loving good.

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26. Dezember 2010

Erleuchtet!

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„Wenn Du wissen möchtest, wie erleuchtet Du bist, dann verbringe doch eine Woche mit Deiner Familie.“

(Eckhart Tolle)

Und am besten zu Weihnachten, da reicht dann nämlich schon ein Weihnachtsessen. Und man weiß, der Weg zur Erleuchtung dauert wahrscheinlich noch etwas.

25. Dezember 2010

Das Bild.

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So oft haben Julian und ich uns dieses Weihnachten vorgestellt: der schöne geschmückte Weihnachtsbaum im Yogaraum, Lea und wir darunter, Luke auf seinem kleinen weißen Fellchen neben uns. Das haben wir uns vor, während und besonders nach der der Herz-OP immer wieder vor Augen gerufen. Damit es wahr wird. Als Luke dann Ende Oktober starb, wussten wir, dass sich dieses Bild so nicht erfüllen kann. Dass dieses Weihnachten anders werden würde als gehofft. Und doch blieb das Bild hartnäckig, traurig und gleichzeitig hoffnungsvoll in meinem Kopf.

Und so bin ich gestern Abend mit klopfendem Herzen in den Yogaraum gegangen. Mit Lea an der einen und  Julian an der anderen Hand. Und als wir durch die Schiebetür in den Raum traten, war das Bild Wirklichkeit geworden: der wunderschöne Baum, Lea fröhlich durch den Raum springend, das kleine weiße Fell vor dem grünen Baum. Und Luke: Überall, um uns herum.

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22. Dezember 2010

Freudscher Verrechtschreiber …

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Mein Rechtschreibprüfungsprogramm ist renintenter als Marcel Reich-Ranicki. Immer wenn ich nivata tippe, autokorrigiert es in NEVADA. Schon oft habe ich meinen Mac darauf hingewiesen, dass nivata im Himalaya entstanden ist und nicht in Amerika. Aber was kann man von einem Steve Jobs Produkt auch anderes erwarten – außer ner Menge Patriotismus…

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21. Dezember 2010

Das EINE Zimmer.

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In Rajasthan haben wir uns den ganzen Tag nur in einem Zimmer des Hauses rumgedrückt – und zwar dem Zimmer mit Klimaanlage.
Jetzt in Berlin scheint unser Haus wieder nur aus einem Zimmer zu bestehen – nämlich dem, mit den zwei Heizkörpern.
Und so scheint sich unser Leben irgendwie immer in einem Raum abzuspielen. Egal wo wir wohnen.

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19. Dezember 2010

Weihnachtsschwindel.

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Während ich heute so in der Küche vor mich hinkoche, höre ich hinter mir verdächtig schmatzende Geräusche. Als ich mich umdrehe, sehe ich eine schokoverschmierte Lea über ihrem erlegten Adventskalender knien und sich genüsslich das letzte Stück Schokolade ins Mundtörchen schieben. Schnell ziehe ich ihr das angelüllte Auto (ein neben dem Flugzeug übrigens sehr weihnachtliches Motiv) aus dem Mund und matsche es, unter lautem Protest der Schokoschnute zurück in Törchen Nr. 20. Und damit Weihnachten auch dieses Jahr am 24.12. stattfinden kann, verwandle ich gleich Gummibärchen in Weihnachtsmann, Christkind, Tannenbaum und Hubschrauber (?) – in der Hoffnung der Schwindel fliegt nicht auf und Lea verliert nicht schon mit 1,5 Jahren den Glauben an den Weihnachtsmann.

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16. Dezember 2010

Das größte Geschenk.

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Draußen liegt Schnee, bald ist Weihnachten. Was mich in Leipzig, am Bettchen unseres kleinen Sohnes am Leben gehalten hat, war das Bild, dass wir Weihnachten alle wieder vereint zuhause sind. Jetzt ist bald Weihnachten und Luke ist nicht da. Und damit Weihnachten für mich nicht wie für viele zur schwersten Zeit des Jahres wird, beginne ich schon jetzt, mich bewusst auf die Zeit vorzubereiten. Am meisten hilft daran zu denken, für was ich alles dankbar sein kann. Und dazu gehört, dass ich für immer einen Sohn habe, der Luke Akash heißt. Und auf meinem Wunschzettel steht, dass er Heiligabend zu uns kommt, um mit uns zu singen.

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Süßer die Glocken …

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… nie klingen, als diesen Sonntag bei uns im Studio. Denn Carlos (www.wavegarden.net) begleitet dann zum letzten Mal in diesem Jahr unsere sonntägliche Yogastunde „The Circle“ mit seinen Kristall-Klangschalen…

14. Dezember 2010

3 Zähne Deluxe…

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Heute kam die von Julian online bestellte Zahnseide an.
Absender: Dentaler. Da frage ich mich doch, was hat Dentaler was Dental nicht hat.
Und wieso bestellen wir nicht direkt beim Winner: Dem Am-Dentalsten-Versand?

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13. Dezember 2010

Lebe lieber ungewöhnlich …

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Ich habe eine Freundin, die hat eine 40-Stunden-Woche. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches.
Meine Freundin hat aber nebenbei noch eine 2,5 jährige Tochter und einen Ehemann – was als moderne Frau heutzutage aber auch wieder nichts Ungewöhnliches ist. Also jongliert meine Freundin mit Zeit und Energie, um es Chef, Tochter, Ehemann und sich selbst 100% recht zu machen. Was ihr gar nicht schwer fällt, denn meine Freundin hat ihr Leben mit Leistungssport begonnen… Und seitdem zieht sich dieses Leistungsprinzip wie ein roter Faden durch ihr Leben: Superkarriere, Supermama, Superwoman, Superfreundin… Super Anstrengend!

Gar nicht ungewöhnlich daher ihre Fragen vor unserem ersten Yoga-Workshop: „Ist das denn auch schön anstrengend bei Euch?“ Trotz meines Neins ist meine Freundin geblieben und seit der Gründung von nivata nicht von unserer Seite gewichen. Und wenn ich sie Sonntags mit einer Augenmaske auf den Augen in unserer Yogaklasse liegen und entspannen sehe, ist das das Ungewöhnlichste und gleichzeitig Schönste, was ich seit langem gesehen habe…

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