In Indien wird man überall unter seinem Vornamen geführt. Nachnamen finden die hier irgendwie komisch. Was wir als sozialisierte Europäer wiederum komisch finden. Also lasse ich mich im Krankenhaus unter großem Protest des gesamten Empfangs- und Büropersonals als Mrs. Middendorf registrieren. Zufrieden ziehen ich und meine frischgebackene Akte Middendorf aus dem Buchstabier- und Rechtfertigungskrampf zum Blutabnehmen. Als wir uns einige Zeit später Richtung Ausgang nähren, tönt die leicht süffisante Stimme meiner Ärztin hinter mir: „Hey Middendorf, everything ok?“ Middendorf? Das habe ich also davon: Meinen Willen aber leider auch einen neuen Vornamen: Middendorf.
20. April 2009
13. April 2009
Abwarten und Chai trinken.
Manchmal kommt mir Indien wie eine riesige Wartehalle vor, in der man trotz Nummernziehen nicht aufgerufen wird.
Auf was man hier so wartet? Auf eigentlich alles. Zum Beispiel darauf, dass die Putzfrau trotz Warten nicht kommt, dass die vor 2 Wochen angekündigte Paneer-Lieferung im Supermarkt eintrifft, dass der Kellner mit dem Wechselgeld zurückkommt, dass die Temperatur von 46 auf 30 Grad sinkt…
Gestern dann hatte ich keine Lust mehr auf Warten. Also bin ich gar nicht erst hin zur Verabredung. Prompt bekomme ich einen verärgerten Anruf, wo ich denn bliebe, man würde auf mich warten …
Tja, mein lieber Herr Inder, so ist das nunmal in Indien.
3. April 2009
Wasserflatrate in der Wüste.
Wenn ich so bei 46 Grad auf der Terrasse sitze und auf die ausgedörrten Pflanzen, die bröckelnden Felswände, das trockene Seebett des Lake Pichola und die staubigen Strassen Udaipurs blicke -während im Hintergrund die Waschmaschine vor sich hin plätschert- frage ich mich, warum wir in unserem weißen Marmorhaus auf den Hügeln Rajasthans zwar kein Internet, dafür aber eine unversiegbare Wasserflatrate haben …
28. März 2009
25. März 2009
Indian Medley, Part VI
24. März 2009
20. März 2009
So far, und endlich auch so good!
Heute ist der 19.März 2009. Vor 14 Tagen sind wir in Delhi gelandet. Was mir der Kalender als 2 Wochen verkaufen will, sind nach meiner gefühlten Zeitrechnung eher 2 Jahre…
14. März 2009
Holi ist den Indern heilig.
Holi ist ein durch und durch farbenfrohes Fest. Viel Farbig. Viel Froh. Und das geht so: Man zieht Sachen an, die entweder schon lange aussortiert oder durch eine Freestyle-Graffitti-Note aufgepeppt gehören, besorgt sich Farbpulver in Tüten (möglichst viel und in in allen Farben), eine Pumpgun (wenn man es kriegerisch mag) und eine indische Vorhut (auch, wenn man es nicht kriegerisch mag). Dann verlässt man, im Schatten der Vorhut, sein sicheres Zuhause und beschmiert, bewirft oder beschiesst jeden, der einem entgegenkommt mit Farbpulver und sagt dazu fröhlich: Happy Holi. Der Witz ist, dass man auch dann fröhlich Happy Holi sagt, wenn man selbst eingesaut wird. Aber spätestens, wenn man vor lauter verkrusteter Farbe im Gesicht, kaum noch lächeln kann, ist einem eh alles egal.
P.S. Na, Herr Pollock, wohl oft in Indien gewesen, was?





