… ist manchmal schrecklich schlecht… Erst erreicht man tagelang niemanden, dann ist ständig besetzt und wenn man dann endlich durchkommt, ist Luke entweder gerade in einem Meeting oder es rauscht in der Leitung… Manchmal aber, dann wähle ich seine Nummer und noch bevor es klingelt, hebt er ab und die Verbindung ist so gut, als säße er direkt neben mir…
7. Januar 2011
2. Januar 2011
Wortschätzchen.
Lea findet auch weiterhin Gefallen an der Sprachverkürzung.
Und damit ihr Wortschätzchen nicht unnötig wächst, wird da mal schnell aus zwei eins.
So ruft sie z.B. Julian und mich seit neuestem „MaPa“, und schlägt damit galant 2 Fliegen mit einer Klappe, nämlich Mama und Papa.
1. Januar 2011
Deutsch hoch 3.
Aua, Kacka und Mehr – die 3 absoluten Lieblingsworte von Lea.
Und damit kommt sie mit ihren 1,5 Jahren ziemlich gut durchs Leben.
Warum also die restlichen 499.997 Wörter der deutschen Sprache lernen?
Denn eigentlich quatschen wir eh alle zuviel.
Und damit ernenne ich das Jahr 2011 zum Jahr der 3 Wörter.
Meine Top 3 für 2011 sind: OM, Attacke und natürlich: Mehr!
27. Dezember 2010
Oh mein Gott.
Heute hat Lea am Frühstücks-Tisch plötzlich den Zeigefinger gehoben, mich strafend angeschaut und vorwurfsvoll und mahnend mit ihrem 1,5 jährigen Köpfchen gewackelt. Und dabei irgendetwas wie Duh, Duh, Duh gemurmelt.
Den ganzen Nachmittag habe ich mir den Kopf zerbrochen, wo sie diesen besserwisserischen Altklug-Scheiß wohl herhat. Bis ich, als Lea ihre Stifte durchs Zimmer feuerte plötzlich meinen Zeigefinger hochschnellen sehe und meinen Mund: Duh, Duh, Duh sagen höre.
Oh Gott, ich wars. Und ich dachte ich hätte den mahnenden Gott längst hinter mir gelassen. Aber anscheinend ist die kirchliche Note meiner Erziehung doch nicht so ganz spurlos an mir vorbeigezogen…
Gott sei Dank halten einem die Kinder immer schön den Spiegel vors Gesicht.
Enjoy Life. There is no guilt. Just a loving good.
26. Dezember 2010
Erleuchtet!
„Wenn Du wissen möchtest, wie erleuchtet Du bist, dann verbringe doch eine Woche mit Deiner Familie.“
(Eckhart Tolle)
Und am besten zu Weihnachten, da reicht dann nämlich schon ein Weihnachtsessen. Und man weiß, der Weg zur Erleuchtung dauert wahrscheinlich noch etwas.
25. Dezember 2010
Das Bild.
So oft haben Julian und ich uns dieses Weihnachten vorgestellt: der schöne geschmückte Weihnachtsbaum im Yogaraum, Lea und wir darunter, Luke auf seinem kleinen weißen Fellchen neben uns. Das haben wir uns vor, während und besonders nach der der Herz-OP immer wieder vor Augen gerufen. Damit es wahr wird. Als Luke dann Ende Oktober starb, wussten wir, dass sich dieses Bild so nicht erfüllen kann. Dass dieses Weihnachten anders werden würde als gehofft. Und doch blieb das Bild hartnäckig, traurig und gleichzeitig hoffnungsvoll in meinem Kopf.
Und so bin ich gestern Abend mit klopfendem Herzen in den Yogaraum gegangen. Mit Lea an der einen und Julian an der anderen Hand. Und als wir durch die Schiebetür in den Raum traten, war das Bild Wirklichkeit geworden: der wunderschöne Baum, Lea fröhlich durch den Raum springend, das kleine weiße Fell vor dem grünen Baum. Und Luke: Überall, um uns herum.
19. Dezember 2010
Weihnachtsschwindel.
Während ich heute so in der Küche vor mich hinkoche, höre ich hinter mir verdächtig schmatzende Geräusche. Als ich mich umdrehe, sehe ich eine schokoverschmierte Lea über ihrem erlegten Adventskalender knien und sich genüsslich das letzte Stück Schokolade ins Mundtörchen schieben. Schnell ziehe ich ihr das angelüllte Auto (ein neben dem Flugzeug übrigens sehr weihnachtliches Motiv) aus dem Mund und matsche es, unter lautem Protest der Schokoschnute zurück in Törchen Nr. 20. Und damit Weihnachten auch dieses Jahr am 24.12. stattfinden kann, verwandle ich gleich Gummibärchen in Weihnachtsmann, Christkind, Tannenbaum und Hubschrauber (?) – in der Hoffnung der Schwindel fliegt nicht auf und Lea verliert nicht schon mit 1,5 Jahren den Glauben an den Weihnachtsmann.
16. Dezember 2010
Das größte Geschenk.
Draußen liegt Schnee, bald ist Weihnachten. Was mich in Leipzig, am Bettchen unseres kleinen Sohnes am Leben gehalten hat, war das Bild, dass wir Weihnachten alle wieder vereint zuhause sind. Jetzt ist bald Weihnachten und Luke ist nicht da. Und damit Weihnachten für mich nicht wie für viele zur schwersten Zeit des Jahres wird, beginne ich schon jetzt, mich bewusst auf die Zeit vorzubereiten. Am meisten hilft daran zu denken, für was ich alles dankbar sein kann. Und dazu gehört, dass ich für immer einen Sohn habe, der Luke Akash heißt. Und auf meinem Wunschzettel steht, dass er Heiligabend zu uns kommt, um mit uns zu singen.
6. Dezember 2010
40 Tage
Gestern vor 40 Tagen ist unser Sohn Luke gestorben. Und wieder haben ganz viele Menschen ein Licht angezündet. Um ihm, uns und sich selbst zu zeigen, dass sein Lebenslicht zwar erloschen ist, aber der warme Glanz seiner Seele in unseren Herzen weiterleuchtet. Julian, Lea und Katharina







