JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

15. November 2010

Abgeharkt: Die To-do-Liste.

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„Wozu habe ich eigentlich meinen alten Job an den Nagel gehängt, um Yogi zu werden, wenn ich schon wieder vor To-Do-Listen hocke? Im Ashram haben die schliesslich auch keine, oder?“ „Ne, da haben sie jede Menge Personal…“ Diese Antwort bessert meine Laune nicht gerade und ich kritzele 2.2.2.2. Flyer drucken auf das Clipboard. „Na, wenigstens kann ich hier im Yogasitz mit Yogitee auf dem Sofa sitzen, statt buckelig am Schreibtisch mit Kaffee in der Hand …“ Genervt von diesem schwachen Trost donnere ich 2.2.2.3 Flyer verteilen aufs Papier. Bei 3.3.4.1 Gewerbe ummelden raste ich innerlich fast aus und Julian schlägt vor, dass wir einfach mal eine Pause machen und entspannen. Lieb gemeint, macht mich aber noch wütender… Doch da mir nichts besseres einfällt, außer 3.3.4.2 Rentenversicherung anrufen lasse ich mich auf seinen Vorschlag ein, ergänze mit 4.1 Einfach nur sein mürrisch meinen vorerst letzten Punkt auf der Höllenliste und denke ernsthaft über die Einführung von To-Be-Listen nach…

12. November 2010

Eine Frage der Zeit, II.

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Im Moment fühlt es sich so an, als liefe mein Leben in Slow Motion. Ich scheine sogar beim Gehen zu Stehen. Oft dauert es einen ganzen Tag, bis ich einen Gedanken, den ich morgens angefangen hatte, zuende gedacht habe. Heute: „Warum trage ich eigentlich keine Uhr?“ Jetzt ist gerade abends – die Zeit also reif für eine Antwort: Wahrscheinlich weil die reguläre Welt-Zeit für mich keine Rolle mehr spielt. Denn dann müsste ich ja die ganze Zeit traurig sein, weil Luke schon weg ist. Folge ich meinem eigenen Zeitempfinden, haben wir ein ganzes Leben und noch mehr zusammenverbracht. Und das fühlt sich viel schöner an …

3. November 2010

100% unerheblich.

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1 von 1000 Kindern wird mit einem Herzfehler geboren. Davon hat eins den Herzfehler den Luke hatte. Und von diesen Kindern sterben ca. 5%-10%. Damit ist Luke rechnerisch kaum mehr erfassbar. Und doch habe ich mich während der Zeit auf der Intensiv-Station oft versucht an Zahlen festzuhalten: Wie hoch ist der Mittelwert vom Puls? Wieviel Milliliter Urin scheidet er stündlich aus? Wieviel Stickstoff ist in seinem Atmungsgemisch? Auf wieviel Prozent läuft die Herz-Lungen-Maschine? ——–
Bis ich irgendwann den Oberarzt fragte, wie hoch denn Lukes Überlebenschancen sind. „Wenn ich Ihnen jetzt sage 60:40 und Sie sind dann bei den 40 ist das für Sie doch 100% scheiße.“ Das war die liebevolle Ohrfeige, die man manchmal braucht, wenn man versucht, das Leben berechnen zu wollen. Danke Dr. Hambsch.

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2. November 2010

just.a.wholelife

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Als mich der Pfarrer, der Luke getauft hatte, nach Lukes Tod anrief sagte er: „Auch wenn Ihr Sohn ein kurzes Leben hatte, so war es doch ein ganzes Leben. Er ist vollständig gekommen, war vollständig da und ist vollständig gegangen.“

Und das stimmt.

Und es stimmt auch, dass Luke in seinem kurzen, aber vollständigen Leben Menschen zusammengebracht hat. So standen wir bei Lukes Taufe in stillem Einvernehmen an seinem Intensivstation-Bettchen und blickten lächelnd auf die Buddhastatue, die sich an die Heilige Maria lehnte über der ein Holzengel baumelte… Und als der Pfarrer Amen sagte, summten wir Om, und der Friede war mit uns allen. Shanti.

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15. Juli 2010

Auf großem Fuße…

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Für die anderen ist es ein Fehler – für Dich der Glücksgriff?
Dann kannst Du hier bei just.a.perfectworld die ach so glatte Welt mit Deinen Extravaganzen bereichern.
Du schreibst, ich kritzle, die anderen freuen sich: Perfekt!

katharina.middendorf@gmail.com

23. Juni 2010

Hotel Vista al Mar: Da guckst Du!

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6. Oktober 2009

Die Familienhose.

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Was meine Freundin Franzi schon seit Jahren selbstbewusst trägt und viele von uns insgeheim schon immer wussten, ist nun ein Fashion-Trend mit feschem Namen: Die Boyfriend Jeans.

Endlich. Die Legitimation für Gemütlichkeit. Vorbei die Zeiten, in denen wir uns im Levis-Laden in eine 29 quetschten, nur weil die blutjunge Verkäuferin mit Hosengröße 26 behauptete: Die weitet sich noch … Zuhause stellten wir dann nämlich fest: stimmt, die weitet sich zwar, nützt aber nix, weil immer noch zu eng …  Also griffen wir ein wenig verschämt ins Nachbarregal zur Jeans unseres Boyfriends. Ein kurzer Blick aufs Größenetikett liess uns innerlich triumphieren: Denn hier war -dank der Endloswäschen der letzten 10 Jahre- außer einem blauen Schlier nichts mehr zu lesen… Also stellten wir uns beim Reinschlüpfen eine 29 vor und fühlten uns dünn und schön. Jedenfalls solange bis wir in unseren Jeans-Booten auf die Strasse gingen und verächtliche Blicke der minderjährigen Röhrenjeans-Fraktion auf uns zogen.

Doch dank neuem Trend können wir jetzt ganz lässig die nächsten Monate geniessen.
Zumindest bis zum nächsten Modestreich: Der Little-Sister-Jeans.

18. August 2009

Chä-Chä-Chä-Changes …

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Bevor ich nach Indien ging hatte ich 29 Jeans. Mindestens 5 davon lümmelten ungetragen und noch mit Etikett im Kleiderschrank rum. Jetzt habe ich bloß noch 1 und die wird gerade bei einem indischen Schneiderlein geflickt.

Das fällt mir ein, wenn man mich fragt, was sich denn so in den letzten 1,5 Jahren verändert hat,

12. März 2009

FAQ#1: Was macht Ihr eigentlich den ganzen Tag?

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Ja, was machen denn so den lieben langen Tag? Da wir diese Frage hauptsächlich ausschliesslich in Berlin gehört haben, (der Stadt, in der Cafés und Geschäfte frühestens um 12 Uhr ihre Türen öffnen), hier ein Was-Julian-und-Katharina-eigentlich-die-ganzen-3Monate-in-Berlin-gemacht-haben-Überblick:

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26. Februar 2009

Die Welt mit Kinderaugen …

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Ich mixe mir gerade ökologisch-korrekten braunen Zucker in meinen Coffee-to-go, als ich plötzlich hinter meinem Rücken eine starke Anziehung spüre. Ich drehe mich sofort um. Nichts. Das Frauengesicht hinter mir ist energetisch wenig aufgeladen. Spiritueller Fehlalarm, denke ich, und propfe den Plastik-Deckel auf den überschäumenden Milchkaffee. Da bohrt sich der stechende Blick erneut in meinen Rücken.

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