„Biene Naya tucken!“
„Wie heißt das?“
„Bitte!, Biene Naya tucken!“
„:-)“
Passend zum Winter, warten Lea und Naya auf den Sommer. Sowie ich im Sommerurlaub gefragt wurde, wann wir endlich wieder Schneemänner bauen, so geht das Lied jetzt andersrum. Im Yoga nennt man das Raga und Dvesha: Das eine Wollen, das andere nicht. Soll den Menschen Leid bringen – mir bringt´s grad Farbe ins Leben, weil es mir zeigt, dass im Winter auch Sommer sein kann, wenn man es nur will.
Mein lieber Freund Christopher schrieb mir neulich: „Du schreibst nicht mehr!“ Und er hat recht: Meine Blogeinträge waren lange von der Leichtigkeit des Lebens geprägt. Dann von der Trauer. Jetzt weiß ich irgendwie nicht, was ich schreiben soll. Kann ich einfach wieder zur Leichtigkeit zurückkehren, wenn sie da ist und Euch daran teilhaben lassen? Oder ist es für Euch zu früh? Naya und Lea machen wunderbar komische Sachen und auch sonst passiert mir viel Unsinn justadiarylike. Ich wage mal einen vorsichtigen Versuch …
Naya, 1,5 spricht! Am allermeisten fasziniert Sie der Mond. Und so ist alles am Nachthimmel was funkelt und glitzert einfach nur: der Mond! Besonders die Sterne!
Vor fast 3 Jahren haben wir gemeinsam mit Julian und Lea einen Luftballon für Luke steigen lassen auf der Wiese des Herzzentrums in Leipzig mit anderen Eltern. Vorgestern stiegen die Luftballons für Julian in den Himmel. Das Loslassen der Schnur – fast unmöglich. Möchte man doch so gerne festhalten, sogar die Dinge, die schon längst los sind. Aber es ist Teil der Zeremonie. Und so blickt man auf seine Hand, auf die Schnur, dann in den Himmel – und dann geht es. Der Himmel und die Weite fühlen sich richtiger an, als die Hand die hält. Und dann schwebt er davon, die Tränen der Liebenden zurücklassend, bis sie sich in Freude verwandeln, wenn man sie alle sieht: die Luftballons am Himmel. Und dann fühlt man sich ein Stück freier – denn man hat das gemacht, was sich richtiger anfühlte.
Den Film, den ich mit Julian bei unserem 2. Date geschaut habe, hieß „Bucket List“. Ein Film darüber, welche Dinge man noch in seinem Leben machen möchte, bevor man stirbt.
Das fiel mir vor ein paar Tagen ein, und ich frage mich, ob das Zufall ist oder ob es tatsächlich so ist, dass man eigentlich in seinem Leben weiß, was passieren wird.
Julian´s Wünsche waren: eine Frau, 2 Kinder und reisender Yogalehrer zu sein, der den Menschen die lebendige Stille zeigt.
…
Mein Wunsch ist, alles zu erleben, was das Leben möchte, dass ich erlebe und mit Kraft und Hingabe diese Aufgaben zu meistern.
Und: nachhause kommen.
Heather Nova singt in „Turn the compass around“ … all i wanna be is home.
Yes!
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und so ist dies das Bild das ich mir für unsere kleine Familie trotz aller Realität immer noch wünsche:
Plansch Plansch.
„Lea, warum machst Du denn Pippi in die Badewanne?“
————
„Weiß das Pippi doch nicht, dass ich in der Badewanne sitze!“
Plansch Plansch.
Vor einiger Zeit habe ich den Artikel „our choice?“ Oder „Wenn das Leben Scheiße schmeißt“ verfasst – und wurde von Ingrid in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass ein weitere Möglichkeit, damit umzugehen darin besteht, zu teilen und mitzuteilen. Und weil das so sehr stimmt, und es überhaupt die Freunde sind, die unsere schwere Situation mittragen und es dadurch irgendwie ertragbar machen, hier nun die von Ingrid gewünschte Zeichnung. Und weil das Teilen nicht jedem ein Stück Mist auf die Schultern lädt, sondern sich durch das Teilen in Frieden verwandelt, sehen wir in dem Bild nicht Menschen mit Scheißhäufchen auf den Schultern, sondern einfach klare, zugewandte Gesichter, die wissen, sehen und handeln! Eine schöne Definition von „Dasein!“
Heute vor 2 Jahren ist unser Babysohn Luke gestorben. Die 4 Wochen seines Erdenlebens vom 29.09. bis zum 26.10. werden uns jedes Jahr begleiten. Heute endet die dunkle zweiwöchige Zeit des Krankenhausbangens und wie damals tritt auch heute Leichtigkeit ein. Denn Lukiluk ist bei Gott und wir schauen hinauf in den leuchtenden Himmel und hören Lea fröhlich auf die Sonnenstrahlen zeigen und rufen: Schau mal Mama, der Luke!
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