Seminar

Yoga bei Krankheit, Tod & Trauer

mit Annett Schpeniuk, Kerstin Meyer-Krems, Katharina Middendorf
11.-13.11.2022


Online & vor Ort

Bist Du unsicher im Umgang mit kranken Menschen oder Menschen in Trauer? Weißt Du oft nicht, was die richtigen Worte sind oder was für Yogahaltungen helfen könnten bzw. nicht schaden? Das muss nicht so bleiben. An diesem Wochenende beleuchten wir diese "Tabubereiche" so, dass Du Dich handlungsfähiger fühlst im Umgang mit Kranken, Sterbenden und Menschen in Trauer. 

Je älter man wird, desto wahrscheinlicher wird es, jemanden zu kennen oder zu begleiten, der oder die schwer erkrankt ist und vielleicht sogar stirbt. Mit lebensverkürzenden Diagnosen treten die Unfassbarkeit des Todes und die Hilflosigkeit als Angehörige*r ganz nah an uns heran. Unfreiwillig werden wir mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert und haben uns damit auseinanderzusetzen. Ob wir wollen oder nicht. 

"Als Hinterbliebene habe ich erfahren, dass Yoga hilft, den Boden unter den Füßen und die Luft zum Atmen wiederzufinden." (Annett Schpeniuk)

Eine lebensverkürzende Diagnose und ihre Behandlung machen viele zu Einzelkämpfer*innen, was sehr viel Kraft kostet. Yoga als Begleitung durch diese Phase, in der sich Ängste, Hoffnungen und Wünsche abwechseln, kann sich "motivierend" und positiv auf den Verlauf auswirken.

Dozentinnen

Annett Schpeniuk ist ausgebildete Krankenschwester, Yogalehrerin für Erwachsene und Kinder und Mitinhaberin der Yogaschule Zehlendorf. Während der Jahre im klinischen Bereich sammelte sie wertvolle Erfahrungen in der Schulmedizin. Ganz besonders im neurologischen (Stroke Unit, Parkinson), onkologischen und postoperativen Bereich. Insbesondere die Erfahrung, als Krankheit persönlich wurde, ließen sie ergänzende Wege beschreiten, die den Umgang damit erleichterten. Seit 2013 ist Annett Schpeniuk im nivata Team, betreut seit 2017 die new teacher der Ausbildungsjahrgänge und ist seit 2018 Assistenz der Ausbildungsleitung. Sie ist Mutter von 4 Kindern und lebt und arbeitet in Berlin.

Annett Schpeniuk
Kerstin Meyer-Krems, Katharina Middendorf

Kerstin Meyer-Krems ist psychologische Psychotherapeutin und arbeitet seit 1999 mit klassischer Verhaltens- und Hypnotherapie in eigener Praxis in Wolfsburg. Nach dem Motto: „Reden reicht nicht“, integrierte sie neben hypnotherapeutischen Methoden die Energetische Psychologie (PEP) nach Dr. Michael Bohne in ihre Arbeit und begann durch die Yogalehrerausbildung bei nivata® und Katharina Middendorf ihre 20jährige Erfahrung als niedergelassene Psychotherapeutin mit dem Wissen des Yoga miteinander zu verbinden. Sie arbeitet seit über 10 Jahren im Hospiz Wolfsburg, betreut Gäste sowie Angehörige. 

Katharina Middendorf, bekannte Yoga-Expertin, ist Diplom-Kommunikationswirtin und Autorin in den Bereichen Yoga, Partnerschaft und Lebenshilfe. 2008 entwickelte sie die Yoga-Methode nivata® und bildet seitdem Yoga-Lehrer*innen aus und fort. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie setzt sie mit der von ihr entwickelten Yoga-Therapie ihr Wissen und ihre Erfahrung für den Gesundungsprozess des Menschen ein. Dabei helfen ihr die eigenen, vielzähligen Erfahrungen mit dem Tod geliebter Menschen und dem Prozess der Trauer. 

Inhalt

Krankheit, Tod und Trauer sind angstbesetzte Themen vieler Menschen. Die moderne westliche Gesellschaft zeigt nur wenig Verständnis für Angst, Trauer und allen damit einhergehenden Gefühlen, obwohl sie einen großen Teil unseres Lebens einnehmen. Krankheit, Tod und Trauer sind zu einer, wenn auch unangenehmen, Tatsache geworden, für die kaum Platz in der Gesellschaft ist. Sie werden verdrängt - und so leiden viele für sich allein.

Diese Fortbildung widmet sich genau diesen Themen und dem Versuch des „guten, würdevollen Sterbens“. Wir gehen davon aus, dass jedes Sterben, das nicht verdrängt, sondern bewusst unter Einbeziehung der Angehörigen, Selbstbestimmung des/der Sterbenden erlebt wird, würdevolles Sterben ist.

Neben der tödlichen Diagnose und dem Sterbeprozess bildet die Trauer einen weiteren blinden Fleck in der Wahrnehmung innerhalb der Gesellschaft. Obwohl Tod und Trauer in Filmen eine große Rolle spielen, sind sie im echten Leben zu Tabuthemen geworden. Die Normalität soll so schnell wie möglich wieder zurückkehren bzw. von allen Beteilligten hergestellt werden. Yoga kann hier ein Weg sein, sich Zeit zu nehmen und Menschen zu begleiten, die Wellen der Trauer zu erleben und selbstbestimmt zu durchschwimmen. 

"In der Trauer ist alles erlaubt! Auch zu Ikea zu fahren und eine Kiste als Baby-Sarg zu kaufen." (Katharina Middendorf)

Wir möchten dazu beitragen, dass sich Betroffene; Erkrankte und Angehörige, als handlungsfähig und selbstwirksam während aller Phasen wahrnehmen können und innere Stärke für den Weg, egal wo er hinführt, aufbauen können. 

Im Überblick

  • Überblick erwartbarer Krankheitsbilder (Schwerpunkt Krebs)
  • Physische, psychische & soziale Auswirkungen der Erkrankung und Behandlungen wie Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Häufige Wünsche (Ziele) von Klient*innen, die Begleitung suchen
  • Yogaübungen in der Akutphase (OP und/oder Chemo bzw. Bestrahlung)
  • Was hilft bei Fatigue, Schlafproblemen oder anderen Begleiterscheinungen (Asana, Pranayama, Meditation)
  • Yoga in der Nachsorgephase (Selbstheilungskräfte stärken, Ressourcen entdecken)
  • Yin Yoga Elemente, Restorativer Yoga und Yoga Nidra zur Unterstützung
  • Einsatz von Hilfsmitteln
  • Sterbephasen
  • Umgang mit Angst, Panik, Wut, Hilflosigkeit oder Verzweiflung
  • hilfreiche praktische Tools aus Psychologie und Yoga in Zeiten der Trauer
  • Was macht Trauer im Gehirn
  • Möglichkeiten der Gestaltung eines yogabasierten Angebots für Trauernde

Diese Fortbildung ist auch geeignet für Trauergleiter*innen, Freunde oder Angehörige, die selbst Yoga praktizieren. Sie bereichert eure Möglichkeiten zu unterstützen und zu begleiten.

Ablauf

Die theoretischen Inhalte werden mit Hilfe von praktischen Übungsbeispielen in die Anwendung und Erlebbarkeit gebracht. Dabei stellt die Selbsterfahrung am eigenen Körper ebenso ein pädagogisches Element dar, wie die Anleitungen und Anpassungen von Übungssequenzen in Bezug auf die jeweilige Thematik. Es werden auch Anregungen zur persönlichen Annäherung und Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit gegeben. 

Details

Ort: nivata Yogaschule Zehlendorf, Riemeisterstr. 114/Eingang: Im Gestell, 14169 Berlin
Termin: 11./12./13.11.2022
Zeit:
Fr. 17 - 20 Uhr, Sa: 09 – 19 Uhr, So: 09 - 15 Uhr
Kosten: 399€, 345€ für Frühbucher (bis 8 Wochen vorher), und Vertragsinhaber*innen der nivata Yogaschule Zehlendorf und Mitglieder nivata® family
Lehrer*innen: Annett Schpeniuk, Katharina Middendorf, Kerstin Meyer-Krems
Teilnahme: Für Yogalehrer*innen und/oder Yogalehrer*innen in Ausbildung und/oder Schüler*innen mit einer intensiven Yoga-Praxis

Diese Fortbildung kann auch als Wahlmodul für die Ausbildung "psychologische Yogatherapie" gebucht werden.