Welchen Unterschied machen Yoga & Meditation in meinem Leben?

Seit dem Tag an dem ich mich das erste Mal auf ein Meditationskissen gesetzt und der Einladung des Lehrers gefolgt bin meinen Atem im Körper zu verfolgen habe ich keine Langeweile mehr.
Ich „warte“ nicht mehr auf die U-Bahn oder an der Supermarktkasse. Ich bemerke dann immer, dass ich jetzt Zeit für "informale Praxis“ habe. Ich spüre meinen Bewegungen nach und gehe (heimlich - ohne dass es jemand bemerkt) bewusst den Weg den Bahnsteig herunter oder fühle meine Füße auf dem Boden während meine Hände auf dem Griff des Einkaufswagens ruhen. Ich habe Zeit meinen Atem und meinen Körper wahrzunehmen und das fühlt sich immer sehr genießerisch an. Selbst wenn ich mich an den Schreibtisch setze gibt es den kleinen Moment zwischen dem Einleiten der Bewegung des Hinsetzens und dem Augenblick nach dem Angekommensein auf dem Stuhl, in dem ich meine Wirbelsäule von meinem Schoß aus - beginnend mit einer Beckenbewegung - ausrichte, und dabei einen kleinen wohligen Energieschauer spüre. Dass heißt nicht, dass es mich nicht auch irgendwann beginnt zu ärgern, wenn z. B. die zweite U-Bahn ausfällt. Aber ich habe immer wieder die Möglichkeit „umzuschalten“ auf das innere Programm.

Ralf Sturm

Ralf Sturm hat in den 90er Jahren als DJ die Partyszene in Deutschland in Bewegung gehalten. Nach intensiven Studien der Meditation, u.a. bei H.H. Dalai Lama, Thich Naht Hanh und Aufenthalten in Indien, Nepal und Tibet begann er anschließend selbst Yoga und Meditation zu unterrichten. Weil ein Horoskop ihm bescheinigte ein heimlicher Paartherapeut zu sein, ließ er sich in den Heidelberger Schulen von Arnold Retzer und Ulrich Clement zum Paar- und Sexualtherapeuten ausbilden und arbeitet jetzt zusammen mit Katharina Middendorf in Berlin in der gemeinsamen Praxis für Paar-und Sexualtherapie. Zusammen führen sie das nivata-Ausbildungsprogramm für Meditation und Yogatherapie und gemeinsam mit Annett Schpeniuk die Yogaschule Zehlendorf.