Welchen Unterschied haben Yoga & Meditation in meinem Leben gemacht?

Stille ist immer da. Sie umgibt uns. Sie hüllt alles ein und lässt alles erst da sein. Stille ist wie ein grosser, weicher, weiter Teppich, auf dem man alles ausbreiten kann und darf - wie eine grosse Spielwiese, die hell leuchtet und einen warm umhüllt. Wenn wir uns der Stille zuwenden geben wir einer Dimension in uns und um uns herum Raum, die es uns ermöglicht zu ganz neuen und unbekannten Ufern aufzubrechen. Es ist so als würden wir zum Ursprung des Universums und allem Sein aufbrechen. An einen Ort der voll Möglichkeiten, voll Leben ist. An einen Ort der uns sehr unbekannt erscheint, der aber tatsächlich sehr bekannt und vertraut ist. Bekannt ist die Ursprünglichkeit und Weite, unbekannt, dass es möglich ist diesen Zustand im Hier und Jetzt zu erfahren, egal wo wir sind und was wir gerade machen. Um die Stille zu erfahren brauchen wir einfach nur ganz im hier und jetzt anzukommen. Die einfachste Möglichkeit im Hier und Jetzt anzukommen besteht darin sich bewusst zu werden was man gerade tut, wie man gerade atmet. Es ist wirklich ganz einfach.

Wenn man der Stille jeden Tag etwas Raum gibt ins eigene Bewusstsein zu gelangen, kommt man sehr schnell an den Ort der eigenen Stille, an dem alles entsteht, alles sein darf und in dem man vollkommen frei agieren kann. Stille ist Freiheit, Ruhe, Freude, Glück, Entspannung, absolute Hingabe und alles was Raum gibt. Der Weg zur Stille führt über das Bewusstsein sich im Hier und Jetzt wahrzunehmen.

Julian Middendorf

Julian Middendorf (1978-2013) war ausgebildeter Tänzer und Schauspieler, der sich schon als Schüler und dann später während des Studiums auf den Weg des Yoga machte. Nach einer Verletzung durch eine jahrelange, intensive Ashtanga-Praxis fand er im Iyengar-Yoga körperliche Wiederherstellung. Es folgten Aus- und Fortbildungen bei internationalen Yogalehrer*innen auf dem Gebiet des Vinyasa-Yoga. Auf dem Weg zur spirituellen Dimension des Yoga reiste Julian regelmässig nach Indien, bis er 2008 dort blieb und zusammen mit seiner Frau Katharina nivata gründete. Inspiriert durch die Einfachheit und Tiefe des Satyananda Yoga widmete sich Julian einem einfach auszuführenden Yoga, das Menschen den Zugang zum Yoga auf lange Sicht ermöglichen sollte. Völlig unerwartet erkrankte Julian 2011 an Krebs und starb 2013 an den Folgen der Erkrankung. Er übte bis zuletzt Yoga und erschloss sich im Laufe seiner Praxis und im Verlauf der Krankheit immer mehr die Dimension des Atems.