{"id":294,"date":"2009-08-23T18:13:19","date_gmt":"2009-08-23T12:43:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.justadiary.com\/2009\/08\/23\/incredible-india\/"},"modified":"2010-11-17T09:28:05","modified_gmt":"2010-11-17T09:28:05","slug":"incredible-india","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.justadiary.com\/2009\/08\/23\/incredible-india\/","title":{"rendered":"Incredible India"},"content":{"rendered":"<p>So lautet Indien\u00b4s Werbeslogan. Und ja: Indien ist tats\u00e4chlich unglaublich. Manchmal sogar unbelievable, so wie vorgestern in Delhi.<\/p>\n<p>Trotz ihrer manchmal ohrenbet\u00e4ubenden Pr\u00e4senz, ist unser 9 1\/2 Wochen junges Baby Lea offiziell noch inexistent. Sie mu\u00df zun\u00e4chst in Deutschland eingeb\u00fcrgert werden, um dann aus Indien ausreisen zu d\u00fcrfen. Den Pass gibt es in der Deutschen Botschaft und das Exit-Visa im FRRO (Foreigner Registration Office). Beides in Delhi. Und das heisst:\u00a0 es wird ein langer Tag. Denn was B\u00fcrokratie angeht, ist Indien schon lange kein Schwellenland mehr, sondern den Deutschen haushoch \u00fcberlegen&#8230;.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>9.30 Deutsche Botschaft Delhi. Zu Gast bei Freunden. Hier geht alles Ratzfatz. Simsalabim zaubert unsere B\u00fcrokratiefee Frau D. aus D. einen schicken, kleinen Kinder-Reisepass aus dem \u00c4rmel. Lea ist damit offizieller, deutscher Erdenb\u00fcrger.<\/p>\n<p>Wow, denken wir. Jetzt nur noch schnell ins FRRO. Nur noch? Schnell? Haben wir denn in den 1,5 Jahren Indien nichts gelernt? Aus &#8222;Nur Noch&#8220; werden sieben und aus &#8222;schnell&#8220; z\u00e4he Stunden &#8230;<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p>10.30 FRRO Delhi. Wir sehen vor lauter Menschen wenig. Was wir jedoch sehen ist, dass ein Ende der Menschenschlange nicht zu sehen ist. Und pl\u00f6tzlich f\u00e4llt uns doch wieder ein, was wir in Indien so alles gelernt haben&#8230; Dr\u00e4ngeln! Lautlos und schnell schieben wir uns vorbei an den Foreigners in Reih und Glied.<\/p>\n<p>Bringt aber nix. Denn man guckt weder den offiziellen Letterpad der deutschen Botschaft noch uns so richtig an. Ministry of Home Affairs, lautet das Schl\u00fcsselwort. Da sollen wir hin. Warum? Um dann wieder zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n<p>Schei\u00dfe, denken wir. Das ist arschweit weg. Der Tag nicht mehr lang. Morgen Wochenende. Und Sonntag Nacht unser Flug. Zum Gl\u00fcck versteht das unser Taxi-Fahrer sofort und schiesst los &#8230;<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p>11.30 Ministry of Home Affairs. Antrag ausf\u00fcllen. Fotokopien machen. Anmelden. Warten. So das normale Prozedere. Ausf\u00fcllen machen wir. Fotokopien auch. Aber f\u00fcr Anmelden und Warten haben wir nun wirklich keine Zeit. Da hier aber keine Menschenschlange steht, die man einfach \u00fcberholen kann, sondern alles nach Nummern geht, sind wir einen kurzen Moment ratlos. Doch da kommt uns unsere schlaue Tochter zur Hilfe und br\u00fcllt&#8230; Vor Ersch\u00f6pfung heule ich mit. Das wirkt.<\/p>\n<p>Statt wir zu ihm, kommt der indische Deutschlandzust\u00e4ndige zu uns. Fordert noch mehr Kopien. Schaut \u00e4ngstlich zur nun entsch\u00e4rften Baby-Schrei-Bombe, fertigt ein Formular an und schickt uns zu seinem Vorgesetzten, der den Stempel hat. Leider hat der nicht nur den Stempel. sondern auch Pause. Also doch warten. Bis wir einen versiegelten Umschlag \u00fcberreicht bekommen.<\/p>\n<p>Hmmm, denken wir. Was da wohl drinsteht? Wahrscheinlich: The Visa goes to&#8230;.<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p>13.00 FRRO Delhi. Die Schlange ist nun ein wenig k\u00fcrzer, daf\u00fcr dicker, weil nun alle Foreigners (sogar die diskreten Japaner) verstanden haben, dass man in Indien ohne Dr\u00e4ngeln nicht weiterkommt. Ich bleibe diesmal im Auto. Allerdings nicht lange. Weil man das Baby nochmal sehen will. Wieder Fotokopien. Wieder ein neues Formular. Und wieder die Ansage wiederzukommen. Um 16.00Uhr.<\/p>\n<p>ARRRGGHHH, denken wir. H\u00f6rt denn dieser Tag nie auf?<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p>16.00 FRRO Delhi. Schalter 3. Wir haben das Visa. Jetzt nur noch zum Schalter 5. F\u00fcr die Unterschrift. Und wieder der Denkfehler mit dem Nur noch. Denn erst m\u00fcssen wir nur noch zum Cash Counter. Bezahlt. Und wieder zum Schalter 5. YES!!! We did it. Lea darf raus. Und wir nun endlich auch.<\/p>\n<p>Puhhhhh, denken wir. Schnell nachhause. In saubere und sichere Hotel.<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p>20.00Uhr Luytchens Bungalow. Aus schnell wird dann nichts, weil wir noch Einkaufen m\u00fcssen. Und zwar in der Rush-Hour. Und bei einem erneuten Gastauftritt des Monsuns. Mit Windeln, einer neuen Jeans und Sandwiches im Gep\u00e4ck jagen wir durch die nassen Strassen Delhis zur\u00fcck zum Hotel. Die Besitzerin kommt uns schon am Tor entgegen. Es sei ein wenig Wasser in unserem Zimmer gewesen. Man sei vom Regen \u00fcberrascht worden. Aber nun sei das Zimmer wieder trocken. Ja, das stimmt. Das Zimmer ist trocken. Leider sind unsere gesamten Festplatten nass, da die Putzfrau genau diesen Koffer vom sicheren Bett auf den Boden gestellt hat&#8230;<\/p>\n<p>Was wir jetzt denken? Nicht mehr viel. Au\u00dfer: Incredible India.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lautet Indien\u00b4s Werbeslogan. Und ja: Indien ist tats\u00e4chlich unglaublich. Manchmal sogar unbelievable, so wie vorgestern in Delhi. Trotz ihrer manchmal ohrenbet\u00e4ubenden Pr\u00e4senz, ist unser 9 1\/2 Wochen junges Baby Lea offiziell noch inexistent. Sie mu\u00df zun\u00e4chst in Deutschland eingeb\u00fcrgert werden, um dann aus Indien ausreisen zu d\u00fcrfen. Den Pass gibt es in der Deutschen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=294"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.justadiary.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}