{"id":239,"date":"2009-03-20T17:27:44","date_gmt":"2009-03-20T11:57:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.justadiary.com\/2009\/03\/20\/so-far-und-endlich-auch-so-good\/"},"modified":"2010-11-17T09:34:52","modified_gmt":"2010-11-17T09:34:52","slug":"so-far-und-endlich-auch-so-good","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.justadiary.com\/2009\/03\/20\/so-far-und-endlich-auch-so-good\/","title":{"rendered":"So far, und endlich auch so good!"},"content":{"rendered":"<p>Heute ist der 19.M\u00e4rz 2009. Vor 14 Tagen sind wir in Delhi gelandet. Was mir der Kalender als 2 Wochen verkaufen will, sind nach meiner gef\u00fchlten Zeitrechnung eher 2 Jahre&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>BERLIN-TEGEL<br \/>\nCheck-In. Verabschiedungsszenen vom Feinsten. Ein letztes Mal Starbucks \u2013 um die zuckers\u00fc\u00dfe Illusion runterzuschlucken, dass mir Latte Macchiato in den n\u00e4chsten 6 Monaten tats\u00e4chlich fehlen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>LONDON, TERMINAL 5<br \/>\nIrrwitziges Shopping-Eldorado. Wahnwitzige Sicherheitskontrollen.<\/p>\n<p>BRITISH AIRWAYS<br \/>\nJetzt haben wir schon extra nicht Air France gebucht, und trotzdem: wir sind umzingelt von Franzosen, die noch ehe die Anschnallzeichen \u00fcberhaupt angegangen sind, eifrig er\u00f6rtern, wie sie die \u00fcbrigen leeren Reihen untereinander aufteilen. Aber das laissez-faire \u00fcber den Wolken ist uns verg\u00f6nnt, denn Julian tr\u00e4umt nicht nur von den unbegrenzten M\u00f6glichkeiten der Vierer-Mittelreihe, sondern setzt sich direkt da hin. Der nasale Protest st\u00f6rt ihn dabei nicht im geringsten. Stattdessen genie\u00dft er die neue Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, zuckt mit den Achseln und wiederholt sein neues stolzes Vatermantra: &#8222;My wife is pregnant.&#8220; \u00c4tsch et voil\u00e0!<\/p>\n<p>DELHI<br \/>\nEin glatter Durchmarsch. Von der Passkontrolle \u00fcbers Gep\u00e4ckband bis &#8230; zum PrePaid Taxi. Das f\u00e4hrt uns zun\u00e4chst ins falsche Hotel der fruchtig-frischen Lemontreehotel-Kette. Macht aber nichts, denn das richtige Hotel ist nur 2 Kilometer entfernt. Interessante Standortstrategie, zumal beide Hotels nicht gerade ausbucht sind. Die n\u00e4chsten 24 Stunden erlebe ich im Traummodus. Erst der Narkoseschlaf im Einzelzimmer, dann Jetlag-D\u00f6sen im verrauchten Doppelzimmer, Mitternachtsyoga zwischen Laufband und Hantelbank und zwischendurch immer wieder Lemonjuice&#8230;<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen befreit uns unser Fahrer aus der Limonenh\u00f6lle. Hari hat schon des \u00f6fteren Norbert Bl\u00fcm durch Delhi kutschiert. Das wird er auch nicht m\u00fcde, uns jedesmal wieder zu erz\u00e4hlen. Ansonsten ist er aber f\u00fcr einen indischen Taxifahrer sehr ruhig. Deswegen gilt ihm auch unser erster Anruf, wenn wir in Delhi sind. Eigentlich wollen wir den Tag als Sightseeing Touristen verbringen, werden dann aber selbst zu Sehensw\u00fcrdigkeiten: wildfremde Inder wollen lieber mit uns, als mit dem Tempel aufs Bild. Am Abend fahren wir zum Bahnhof. Umsonst. Denn keine unserer 3 Buchungen wurde best\u00e4tigt. Na klar, es ist mal wieder Feiertag. Wie immer, wenn die Middendorfs reisen. Also noch eine Nacht Delhi. Und dann zum Flughafen. Sicher ist sicher.<\/p>\n<p>UDAIPUR AIRPORT<br \/>\nW\u00fcste. Wow. Volltreffer.<\/p>\n<p>UDAIPUR PAMPA<br \/>\nDiesmal kann uns der Prepaid-Taxifahrer gar nicht erst ins falsche Hotel fahren, da sein Auto gar nicht soweit kommt. Mitten in der Pampa geht der dampfende, v\u00f6llig \u00fcberhitzte Motor aus. Die n\u00e4chste halbe Stunden verbringen wir in der Mittagshitze, w\u00e4hrend unser Fahrer flaschenweise Wasser in den K\u00fchler giesst. Ich habe Gl\u00fcck, und die indischen Dorfjungs zeigen mir ihr Allerheiligstes: den Garten. Das Gr\u00fcnereignis ist leicht zu \u00fcbersehen; Rasen ist so gro\u00df wie meine Yogamatte &#8230;<\/p>\n<p>UDAIPUR STADT, I.<br \/>\nDas Venedig Indiens. Hmmh, Gr\u00e4ben und Br\u00fccken sind ja da. Aber wo ist das Wasser? Statt Fische sind Elefanten im trockenen Seebett und suchen Schatten unter den Br\u00fccken. Auf dem Boden der ausged\u00f6rrten Riesenmulde sitzt eine Gruppe Inder und spielt Karten. Sch\u00f6n! An der Uferpromenade h\u00e4ngen ersch\u00f6pfte Touristen in wei\u00dfen Plastikst\u00fchlen, trinken Coca Cola mit Strohhalm und lassen sich von den stinkenden Rikshas eindampfen. Schrecklich! Wir bleiben nur eine Nacht.<\/p>\n<p>UDAIPUR BERG<br \/>\nWir siedeln zu einer abgelegenen Burg eines aristokratischen Briten. Der Plan: Entschleunigen, um dann Vollgas zu geben. Leider geht der aber nicht ganz auf, denn hier auf Burg Britannia herrscht Handbremsenstimmung. Und: feudaler Gemeinschaftszwang mit famil\u00e4rem Breakfast, Lunch und Dinner. Ich f\u00fchle mich unter den hier residierenden Wohlstandstouristen wie ein pubertierender Teenager, der immerzu auf die Uhr schaut, wann er die langweilige Runde endlich verlassen darf. Ich werde krank. Trotz Toilette Western Style und Filterwasser nach Reinheitsgebot. Wir bleiben 7 N\u00e4chte.<\/p>\n<p>UDAIPUR STADT, II.<br \/>\nDreamheaven. Klingt zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. Ist es auch. Wir k\u00f6nnen uns nicht entscheiden, was schlimmer riecht. Unser &#8222;Bad&#8220; oder der Kanalisationsgeruch von drau\u00dfen. Doch hier k\u00f6nnen wir wenigstens wieder frei entscheiden, wann wir essen, wo wir essen und mit wem wir reden. Und pl\u00f6tzlich ist alles ganz einfach. Wir kaufen ein Motorrad, mieten ein Haus, finden eine \u00c4rztin, haben mobiles Internet, bestellen eine Waschmaschine und sind nun bereit nachhause zu gehen&#8230;<\/p>\n<p>UDAIPUR ZUHAUSE<br \/>\nJetzt sitze ich in unserem Marmorhaus, auf den H\u00fcgeln der Stadt und f\u00fchle mich wie im alten Rom. Die W\u00e4sche weht vor den Fenstern, die Mosquitos knallen gegen die Fenstergitter und ich blicke in geb\u00fcrtigem 2 km weitem Abstand auf die Skyline von Udaipur-City und sehe zum ersten Mal das sagenumwobene Taj Hotel, im bzw. auf dem Grunde des Pichola Lake&#8230; Hier werden wir bleiben&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist der 19.M\u00e4rz 2009. Vor 14 Tagen sind wir in Delhi gelandet. 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