@Judith Fuchs Photography

Mein Motto für die Adventszeit

 „Viel hilft eine kleine Gabe.“ (Georg Rollenhagen)

Die Adventszeit ist eine Zeit der Opulenz und der Fülle. 
Alle Geschäfte sind bis auf den letzten Quadratzentimeter voller Möglichkeiten und Geschenke. Überall frohlocken die Dekorationen in der aktuellen Jahres-Modetrend-Farbe.  Weihnachtsmänner, Christbaumkugeln, Lametta und Lichter-Sternen-Kitsch treten in Konkurrenz zueinander. Dazwischen irren Menschen in Zuständen von „gehetzt" bis zu „verzweifelt", Kinder machen große Augen und sind überfordert vom Lärm der Glöckchen und des 33. „Last Christmas“ an diesem Tag.

Die Geschenklisten sind lang, eine Weihnachtsfeier jagt die nächste und der Terminkalender zwischen 24. und 26. Dezember platzt zwischen all den Terminen mit den verschiedensten Teilen der Familie und den Freunden aus allen Nähten.

Weihnachten … eine Zeit der Stille!?
Ganz oft haben wir aber genau in dieser Zeit das gegenteilige Gefühl.
Zu Weihnachten muss das Geschenk noch größer, noch teurer oder spekutakulärer sein. Der Tisch sollte noch schöner gedeckt und das Festessen noch besser und exklusiver sein als im Vorjahr. 

Aber Weniger ist oft ganz viel Mehr! 
Nie werde ich die Adventszeit 1998 vergessen, als ich gemeinsam mit meinen Mit-Studierenden und unserer Dozentin in der Grazer Herrengasse stand und wir Weihnachtslieder im Chor sangen.

Ohne Instrumente, ohne viele Proben und ohne Spendenaufruf.
Einfach aus der Freude an der Gemeinschaft und am Singen.

Viele Menschen rannten an uns vorbei, ohne Notiz genommen zu haben oder auch genervt von der „Beschallung“ durch unsere Chor-Künste.

Aber eine Frau blieb stehen. Direkt vor uns und ganz lange.
Sie hörte uns zu und LÄCHELTE.

Dieses Lächeln war der Schlüssel für mich im Advent.
Wir müssen nicht immer noch besser und noch größer denken.

Oft sind es nämlich die ganz kleinen und einfachen Dinge, an die wir uns noch lange erinnern und mit viel Freude erfüllen.

Dieses glückliche Lächeln der Frau vor beinahe 23 Jahren war für sie wahrscheinlich eine kleine Gabe, aber für mich und uns als chaotischer Studentinnen-Chor ein großes Geschenk. Bis heute!

Lasst uns die heurige Adventszeit dafür nutzen, täglich einem Menschen ein Lächeln zu schenken. Einem Menschen, von dem ihr das Gefühl habt, das er es gerade braucht oder sich darüber freut. 

Verena Neuberger

Verena  ist Yogalehrerin für Erwachsene und Kinder, nivata® Yogacoach und Inhaberin des nivata studio Graz in Österreich. 

Schon immer standen Menschen und ihre verschiedenen Persönlichkeiten sowie deren Entwicklung in ihrem Interesse. Während ihres beruflichen Weges in der (Straf)Gerichtsbarkeit begegneten ihr die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und menschlichen Schicksale. Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit dem Jugendstrafrecht wurde für sie immer klarer, dass echte Entwicklung und Veränderung nicht nur den - von außen - helfenden, kognitiven Ansatz braucht, sondern auch Methoden, die sich dem körperlichen Aspekt widmen. Denn so kann Selbstbestimmtheit und -verantwortung gefördert und Entwicklung am eigenen Leib begreifbar werden.

Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen, die sie mit und durch Yoga im Laufe der Jahre machte, ließ sie den Weg der Gerichtsbarkeit hinter sich und begleitete seit 2018 schwangere Frauen, frisch gebackene Mütter mit ihren Babies, (Klein-)Kinder und Familien mit dem Wissen und den Methoden von Yoga. Der Wunsch nach weiteren Möglichkeiten, Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen führte sie nach Berlin in die nivata® Yogaschule Zehlendorf, wo sie ihren Unterrichtsstil um die Möglichkeiten des achtsamkeitsbasierten Hatha-Yoga und den yogapsychologischen Instrumenten verfeinern konnte und im September 2021 zur Eröffnung des nivata studio Graz führte.