Mein Motto für die Adventszeit

„Schenke mit Geist und ohne List! Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist“ (Joachim Ringelnatz)

Geben und auch schenken ist mir eine Freude, zudem ist es hoch angesehen und edel und bereichernd und…. So dass es zur Pflicht oder zum Muss werden kann. Warum schenke und gebe ich wirklich? Möchte ich wohlerzogen wirken, gemocht werden, beeindrucken, meinen Wert aufbessern? Wenn Freunde mich besuchen (auch zum Geburtstag) freue ich mich, dass die Menschen kommen und erwarte kein weiteres Geschenk. Sie sind das Gechenk. Das darf ich auch für mich so sehen: Ich bin ein Geschenk. Und doch empfinde ich manchmal fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich ohne materielles Etwas zu Besuch komme. 

Der zweite Aspekt aus dem Zitat: Wenn ich das Geschenk bin, verschenke ich mich? Verschenke ich mich wirklich? An das Leben? Oder laufe ich durch die Welt und gucke was sie mir zu bieten hat? Was springt für mich raus und wo kann ich Schönes, Glückliches, Erfüllendes einsammeln? Sich richtig an das Leben verschenken, das Leben durch mich leben lassen, dann bin ich das Geschenk.

Paschimottanasana ist eine schöne Übung dazu: in der Vorwärtsbeuge sich dem Leben (den Beinen) hingeben, der Blick auf das Herz gerichtet für die Liebe, die wir verschenken. Die Sonne scheint auf den Rücken, auf die Rückseite des Herzens für die Stärkung der Selbstliebe: "Ich bin das Geschenk und verschenke mich an das Leben."

Simone Graf,

begeisterte Yogini seit 15 Jahren, kam 2015 zu Nivata für die Yogalehrerausbildung und ist immer wieder hier für Weiterbildungen, sowie bei verschiedenen Richtungen der (Yoga)-Philosophie und inneren Erforschung. Naturwissenschaftlich und technisch ist ihr hauptberufliches Feld.